Urlaubsfreuden in schwarz-weiß (2)

Die Sofa-Phase hielt nicht besonders lang – bereits am nächsten Tag sind die Katzen Weiß und Schwarz schon mutiger und nehmen das neue Domizil genauer in Augenschein. Wir verbringen einen netten Morgen damit, nach und nach diverse Dekoteile aufzuklauben und sie katzensicher zu verstauen: im Hauswirtschaftsraum, der katzenfreie Zone ist und es auch – sehr zum Leidwesen der beiden – bis zur Abfahrt bleiben wird.
Während Katze Weiß in ungewohnt trauter Zweisamkeit mit Katze Schwarz von einer Ecke zur nächsten trottet, beschließen wir, dass wir es wagen können, das fellige Chaos für einige Zeit allein zu lassen: der Großeinkauf für die nächste Woche steht an und der nächste größere Supermarkt ist immerhin erst im übernächsten Ort.
Bei unserer Rückkehr stellen wir erleichtert fest, das sowohl Ferienhaus als auch Inneneinrichtung unseren Ausflug gut überstanden haben. Trotzdem ist beim Hereinkommen nicht die winzigste schwarz-weiße Spur zu entdecken. Erst der Blick unter’s Sofa schafft Aufklärung: so ganz passé scheint die Sofa-Phase doch noch nicht zu sein.
Einkaufskörbe zu räubern ist eine Lieblingsbeschäftigung von Katze Schwarz, die dann auch recht schnell unter dem Sofa hervor kommt und schon einmal die Taschen inspiziert. Während ich noch damit beschäftigt bin, das Schnitzel vor Katze Schwarz in Sicherheit zu bringen, geht Katze Weiß schon einmal an günstiger Stelle in Position:

Urlaubserkenntnis No. I:
Katzenhaare in der Butter sind besonders störend, wenn an den Haaren noch die Katze dranhängt … *grmpf*

Urlaubsfreuden in schwarz-weiß (1)

Wer reisen will, muss leider auch packen. Meistens jedenfalls.

Und da Katze Weiß und Katze Schwarz mit auf die Reise sollen, gibt es dieses Jahr etwas mehr Gepäck als üblich.
Menschenfrau füllte also lange Listen über die unbedingt absolut benötigten Dinge (Kratzbaum! Bällchen!! Leckerlies!!!) und grübelte lange über die anstehende noch längere Autofahrt Richtung Dänemark.
Denn: Katze Schwarz fährt nicht gerne Auto.
Katze Weiß auch nicht.
Da Katze Weiß jedoch das Temperament eines Sofakissens besitzt, wenn es um Dinge geht, die sie eh nicht ändern kann, hat ihr Anblick einen beruhigenden Einfluss auf Katze Schwarz.
Die Katzenkörbe müssen nur so stehen, dass Katze Schwarz Blickkontakt mit Katze Weiß halten kann, und schon ist alles – ruhig. Kein Maunzen, kein Jammern – nur Schicksalsergebenheit. Auf beiden Seiten. Schön.
Was in einem ansonsten leeren Auto problemlos funktioniert, stellt die Menschenfrau vor kein geringes Problem, als sie nun eines Samstag morgens mit einem riesigen Haufen Taschen, zwei Katzenkörben samt reiseunwilligem Inhalt, einem Kratzbaum und einer Katzentoilette vor dem erstaunlich kleinen Auto steht. (Kofferräume schrumpfen immer vor Urlaubsreisen!)
Nach einigem Hin und Her passt doch alles hinein, die Menschentochter findet hinten auch noch Platz und endlich geht die Reise los.
Beide Katzentiere haben Blickkontakt und sind – so scheint es – halbwegs zufrieden.

An der ersten Ampel (2,5h Fahrtzeit verbleibend):
Menschentochter (im Rucksack wühlend): „Wo ist denn mein MP3-Player?“
Menschenmann (das Auto lenkend): „Hast du eigentlich den Kühlschrank aufgelassen?“
Katze Schwarz (zaghaft):“Mau.“
Katze Weiß (stumm): „…“.
Menschenfrau (ruhig): „Im Rucksack – Ja – Armes Tierchen, guck dir Katze Weiß an, die schläft schon fast.“

Nach 10 Minuten (2h20min Fahrzeit verbleibend):
Menschentochter hat die Kopfhörer eingestöpselt und singt halblaut Pokerface vor sich hin.
Menschenmann dreht am Radio.
Katze Schwarz (leidend): „Muarauuuu!!“
Katze Weiß (mitfühlend):“Mau.“
Menschenfrau (alarmiert): „Hat da eben Katze Weiß gemaut?!?“

Nach 15 Minuten (2h15min Fahrzeit verbleibend):
Menschentochter packt MP3-Player weg.
Menschenmann seufzt demonstrativ am Lenker.
Katze Schwarz (der Panik nahe):“Miuarauuuu!!“
Katze Weiß (leidend): „Mau!“
Menschenfrau nestelt Katzenleckerlies aus Tasche.

Die nächsten 2 Stunden vergehen im gleichbleibenden Muster:

Katze Schwarz: „MMMMIIIAUUU!“
Katze Weiß: „Mau?“
Menschentochter beruhigt Katze Weiß.
Katze Weiß verstummt.
Katze Schwarz wird ruhig.

Kollektives Aufatmen.

Katze Schwarz: „MMMMIIIAUUU!“
Katze Weiß: „Mau?“
*menschliches Zähneknirschen*

Nach 2 Stunden beruhigt sich Katze Schwarz dann endlich und legt sich hin.
Die letzten 15 Minuten Fahrt sind dann doch noch recht angenehm *seufz*

Angekommen, Schlüssel geholt und ab zum Ferienhaus.

Nettes, zweistöckiges Reetdachhäuschen mitten in der Heide. SCHÖN!

Katzen ausgeladen und rein ins Haus.
Rest ausgeladen.
Katzenkörbe aufgesperrt.
Nix rührt sich.
Hat auch keiner ernstlich mit gerechnet.

Schließlich werden die Katzentierchen zwangsgeräumt – schließlich müssen die Örtlichkeiten (Katzenklo!!!) geklärt werden.
Katze Weiß sieht die Fensterfront im Wohnzimmer und ist …

…paralysiert.

Katze Weiß, reine Wohnungskatze, hat noch nie soviel Himmel und Gras auf einmal gesehen. Die große Fensterfront macht ihr Angst.
Vom Katzenklo flitzt sie sofort unter den Ofen daneben.
Katze Schwarz, das Findelkind, ist von der Reise so erledigt, dass sie sich ohne große Umwege sofort zu Katze Weiß unter den Ofen verzieht.

Menschenfrau bekommt Mitleid und zieht das schwarz-weiße Katzenelend unter dem Ofen hervor, damit es sich einen bequemeres Plätzchen sucht – das wird dann unter dem Sofa gefunden. Die erste Mahlzeit in Dänemark nehmen Katze Schwarz und Katze Weiß ebenfalls dort unter dem Sofa ein.

Werden Katze Schwarz und Katze Weiß jemals wieder unter dem Sofa hervor kommen?
Und was hat es mit der ominösen Katzenleine auf sich?
Diesen und anderen Fragen widmen wir uns in der nächsten Folge unserer Serie „Urlaubsfreuden in Schwarz-Weiß!“ 😉

Zwischenstand

Zwei Wochen schwarz-weißes Chaos im Ferienhaus – jetzt bin ich urlaubsreif!
Und um einige Erfahrungen reicher:
1. das Geld für die Katzenleine hätten wir uns sparen können (ja – geahnt hab ich’s ja schon vorher…)
2. dänisches Katzenstreu fliegt weiter als deutsches

Alle weiteren Erkenntnisse folgen in Kürze!

Sommerdiät à la Katze Weiß

Ich hatte ja schon länger so einen Verdacht.

Es gab gewisse Anzeichen.

Unmerkliche und nicht zu übersehende.
In Hinblick auf den Watschelgang einer gewissen Katze in Weiß.
Oder deren gewagte Sprünge und die überraschende Lust an rasanten Verfolgungsjagden.

Gestern äußerte ich meinen Verdacht.
„Findest du nicht, dass Katze Weiß dünner geworden ist?“
Mein Göttergatte fiel vor Lachen fast vom Stuhl.
„Das einzige, was dieser Fellklops verliert, sind Haare“, prustete er.

Die Waage hat es dann bewiesen: fast ein Kilo hat das fellige Tierchen abgenommen (von über 6kg auf 5,4 :o) *freu*). In menschliche Verhältnisse umgerechnet entspricht das eine Gewichtsabnahme von rund 10 kg – das kann sich doch sehen lassen!

Leider ist das Diätgeheimnis, welches dieses sensationelle Ergebnis ermöglichte, nur bedingt auf Menschen übertragbar:
Fliegen.

Seit Wochen ist Katze Weiß damit beschäftigt, die surrenden Biester durch die Wohnung zu hetzen und genüßlich zu verspeisen.
Katze Schwarz sieht’s mit gemischten Gefühlen. Plötzlich turnt da jemand in ihrer Schlafkiste auf dem Kleiderschrank herum …

In Hinblick auf die eigene Bikini-Figur beschäftigt mich persönlich eine ganz andere Frage (Zehn! Kilo!): Wieviel Kalorien hat eine Portion Fliege?
Und sind Hilfsmittel wie etwa eine Fliegenklatsche bei der Jagd erlaubt?

„Hunde haben Herrchen – Katzen Personal“

Eine britische Studie hat ergeben, dass Hunde intelligenter seien als Katzen. In einem Versuchsaufbau, bei dem Leckerlies unter Plastikhauben versteckt waren, hätten Hunde eher begriffen, welche Schnur zu ziehen wäre, damit Hund ans Fressen kommt.*
Daraus zieht der britische Durchschnitts-Forscher Schlüsse über die Intelligenz von Hund und Katz.
Okääääy.

Dazu folgende kleine Begebenheit aus dem schwarz-weißen Alltagsleben:
Dose mit Katzenleckerlies steht auf dem gut 1,5 m hohen Gefrierschrank.
Katze Schwarz springt auf Gefrierschrank und wirft Dose herunter.
Katze Weiß schleppt Dose weg und gnibbelt feststitzenden (!!!) Deckel heraus.**
Katze Schwarz und Weiß fressen Leckerlies.
Menschenfrau entsorgt fassungslos leere Dose.

Ich persönlich ziehe aus der Studie folgende Schlüsse:
Hunde lieben es Menschen zu begeistern. Katzen brauchen das nicht. Wenn sie wollten, könnten sie alles. Und was eine Katze nicht schafft, das schaffen zwei Katzen allemal. Teamwork ist das Gebot der Stunde!
Glücklicherweise sind Katzen bequem. Meistens wollen sie nicht wirklich. Immerhin liebt der Mensch das Gefühl, gebraucht zu werden. Katzen wissen das. Also lassen sie den Menschen machen. Er freut sich doch so.

Ich freue mich auch.
Weil der einzige Grund, warum Katze Weiß es nicht schafft Türen zu öffnen, darin liegt, dass sie schlicht und einfach zu schwer ist, um hoch genug zu springen.
Irgendwann wird Katze Schwarz begriffen haben, was Katze Weiß will.
Mir graut jetzt schon davor.

*nachzulesen z.B. unter
http://www.dnews.de/wissenschaft/61135/hunde-sind-cleverer-als-katzen.html

** Katze Weiß gnibbelt sogar den Verschluss vom Sonnenschirm-Ständer heraus. Ich breche mir dabei jedesmal die Finger!