1. Dezember – Bloggen im Advent

Ich weiß nicht, wie es euch so ging, aber ich komme mir vor, als sei ich mit Scheuklappen durch das Jahr gerast ohne nach links oder rechts zu schauen. Und ohne so recht vom Fleck weg zu kommen, wenn wir schon dabei sind. Dieses Jahr wollte ich unbedingt wieder mehr bloggen und vor allem auch wieder mehr Zeit damit verbringen, in anderen Blogs zu stöbern und vernachlässigte Blogs wieder regelmäßiger zu lesen. Hat nicht wirklich gut geklappt, aus den verschiedensten Gründen. Einer davon ist sicherlich, dass ich beruflich immer noch ziemlich eingespannt bin und abends oft einfach zu lustlos war, um noch groß irgendwas zu machen, was mich auch nur im entferntesten von der Couch hätte weggebracht. Nicht mal viel gelesen habe ich, es fehlt an der Konzentration.

2019 lässt sich was mich betrifft schnell zusammenfassen: anstrengend und unbefriedigend. Ich bin permanent erschöpft, habe aber nicht das Gefühl, dass mich die vielen Dinge, mit denen ich mich da täglich im Büro herumschlage, wirklich voran bringen. Klar, die beruflichen Projekte nehmen Gestalt an, aber es ist derzeit so viel zu tun, dass mir schlicht der Spaß daran abhanden gekommen ist. Und es fehlt der Ausgleich.

Daher also jetzt Bloggen im Advent – als Versuch, wieder etwas mehr Ruhe in das Hamsterrad zu bringen und die Scheuklappen abzulegen. Zeit zu finden, wieder mehr nach rechts und links zu blicken, Neues zu entdecken und Altes wiederzufinden. Eine gute Hilfe wird mir dabei hoffentlich der Adventskalender sein – es ist nämlich ein Tee-Kalender, und so kann ich jeden Tag einen neuen Tee genießen. Heute gab es einen lieblichen Grüntee mit Gewürzen und leichter Fruchtnote – sehr lecker! Gelesen habe ich tatsächlich nichts, außer hier und da im Internet zu stöbern, aber den Nachmittag haben wir mit Uno und dem Kartenspiel LAMA verbracht – ein eher kurzes, aber unterhaltsames Spiel, das sogar Raum für gewisses Taktieren bietet, und bei dem ich gnadenlos jede Partie verloren habe. So kann der Advent gern bleiben – gemütlich!

Im Wartezimmer

Der Samstagvormittag beinhaltete eine mehr oder weniger spontane Reise, die insbesondere Katze Weiß nicht so richtig toll fand. Dabei haben wir einen richtig lieben Tierarzt! Ist aber alles halb so schlimm – der leidende Ausdruck ist den Umständen geschuldet.

Knappe Sache

Katze Schwarz ist ein eifriges Tier. Beschleunigt von 0 auf 100 in weniger als 2 Sekunden. Eben noch Tiefschlaf, zack sitzt sie neben einem, weil man halt gerade die Dose mit der Teewurst geöffnet hat. Die Instinkte der Katze Schwarz schlafen nie.

Das musste auch eine unvorsichtige Blaumeise am eigenen Leib erfahren. Eben noch flattert sie sorglos vor sich hin – und zack, ein Rumms, und das Vögelchen hängt in der schwarzen Katzenschnauze.

Katze Schwarz macht sich eilig auf, ihren Fang in Sicherheit zu bringen. Der piepst einmal schwach seinen Protest in die Welt hinaus und ruft damit die Menschenfrau und Katze Weiß auf den Plan. Während Katze Schwarz noch versucht, Katze Weiß zu umgehen, die der Jagdbeute der Katze Schwarz grundsätzlich recht aufgeschlossen gegenüber steht – zu aufgeschlossen, wenn es nach Katze Schwarz geht – arbeitet sich die Menschenfrau von der anderen Seite an die umherschleichende Katze Schwarz heran.

Es gibt ja zu Hauf diese Berichte von gerührt-angeekelten Katzenbesitzern, die davon erzählen, wie ihnen das Katzentier freudestrahlend Beutetiere als Geschenk vor die Füße legt. Katze Schwarz ist da nicht ganz so sentimental. Sie hält nicht viel von Geschenken. Ihre Beute hat sie selbt erlegt und möchte sie auch – bitteschön! – selbst verspeisen. Katze Weiß möge sich das bitte endlich hinter die weißen Puschelohren schreiben.

Gleiches möge gefälligst auch für die Menschenfrau gelten, doch die ist noch unhöflicher als Katze Weiß und klemmt sich die Katze Schwarz samt Beute zwischen die Füße. wo sie das widerwillige Katzentier nötigt, die Blaumeise loszulassen. Die ist arg zerrupft und kann gerade mal zweimal hilflos mit den Flügeln flattern, da stürzt auch schon Katze Weiß heran. Die Menschenfrau hätte jetzt gern 8 Arme, mindestens, schafft es aber irgendwie, zwei komplett durchgedrehte Katzen auf Abstand zu halten, während sich eine geschockte Blaumeise an ihren Finger krallt und nicht den Eindruck erweckt, diesen irgendwann in nächster Zeit wieder loslassen zu wollen. Wer könnte es ihr verdenken.

Mit Mühe kämpft sich die Menschenfrau den Weg auf den Balkon frei. Dort überredet sie die Blaumause dazu, sich doch lieber an einen Rest Löwenmäulchen im Blumenkasten zu klammern, nimmt ihren Finger und zwei enttäuschte Katzen mit hinein und schließt die Tür fest hinter sich zu.

Die nächsten Minuten kleben die Katzen Schwarz und Weiß förmlich an der Scheibe. Die Blaubmeise braucht etwas mehr als 5 Minuten, um sich zu berappeln. Schließlich schüttelt sie sich, plustert sich ein ein wenig zurecht und fliegt davon.

Der Bund der Wölfe von Nina Blazon

Seit letzter Woche faste ich – keine neuen Bücher bis Ostern. Also, selbst gekaufte. Schenken zählt nicht 😉 Außerdem habe ich auch dieses Jahr das Ziel, vorrangig die Bücher zu lesen, die schon länger ungelesen bei mir im Regal stehen. Deshalb werde ich also in nächster Zeit eher von älteren Büchern berichten.
Beim heutigen Buch kann ich nicht mal mehr genau sagen, wie lange ich es habe, oder warum genau ich es eigentlich bei Tauschticket eingetauscht hatte … irgendwie hatte es auf jeden Fall mein Interesse geweckt, aber offensichtlich nicht nachhaltig genug, um gleich gelesen zu werden. Ob sich das lange warten gelohnt hat?

Das Buch

Nina Blazon
Der Bund der Wölfe
Sauerländer aare, 2006
206 Seiten
ISBN 3-7941-7039-3
Buch im Katalog der DNB

Mein Leseeindruck

Die 16jährige Blanka hat ein Stipendium der Maddalina-von-Trenta-Stiftung für die renommierte Europa-Schule bekommen, einem Elite-Internat, das auf den Mauern eines alten Klosters erbaut wurde. Wie es sich für Elite-Schulen gehört, gibt es auch an dieser eine geheime Vereinigung älterer Schüler: dem Bund der Wölfe. Wer alles zu ihnen gehört, scheint geheim, eines ist jedoch sicher: es sind die Wölfe, die im Verborgenen die Geschicke der Internatsschüler bestimmen.

Gleich an ihrem ersten Tag rasselt Blanka mit den Wölfen zusammen: alle neuen Schüler erhalten eine mitternächtliche Führung, bei der die maskierten Wölfe Blanka allein auf dem Internatsgelände zurücklassen. Auf dem Weg zurück ins Wohnheim stolpert Blanka beinahe wortwörtlich über eine Leiche: eine unbekannte Frau ist in der Bibliothek zu Tode gestürzt. Die Polizei geht von einem bedauerlichen Unfall aus, doch Blanka hat das ungute Gefühl, dass mehr dahinter stecken muss – und irgendwie sind die Wölfe darin verwickelt. Sie beginnt nachzuforschen und begibt sich damit in große Gefahr, denn die Wölfe haben nicht vor, sie davonkommen zu lassen.

Mit knapp 210 Seiten Umfang lässt sich der Jugendroman der Autorin Nina Blazon schnell lesen. Der Stil ist flüssig, die Geschichte voller Rätsel und spannend erzählt, und trotzdem wollte der Funke bei mir nicht so richtig überspringen. Die geheimnisvolle und bedrohliche Stimmung kam mir an einigen Stellen zu aufgesetzt vor und nicht immer fand ich Blankas Verhalten nachvollziehbar. Vermutlich hätten dem Buch einige Seiten mehr und damit Raum für die Entfaltung der Geschichte gebraucht, um mich vollständig zu überzeugen, allerdings gehöre ich auch nicht unbedingt zum Zielpublikum dieses Jugendthrillers mit Mystery-Einschlag.
Fazit: Eher durchschnittliche Unterhaltung für Menschen ab 14 J.

Traumörtchen

Treue Leser des Blogs wissen es vielleicht noch: Katze Weiß und das Katzenklo – das kann ein durchaus traumatisches Thema sein. Entgegen gängigen Empfehlungen, die da lauten „pro Katze ein eigenes Kistchen + 1 dazu“, teilen sich die Damen Schwarz und Weiß ihr Örtchen. Deshalb haben sie auch eine recht große Kiste, trotzdem gab es immer mal wieder zarte Hinweise, dass sie beide nicht ganz glücklich mit der Situation waren. Nichts Dramatisches, sie ließen nur dann und wann einen gewissen Eifer beim Verscharren des Geschäfts vermissen. Was bei einem Katzenklo mit Haube auch nicht weiter schlimm ist. Und dennoch: es gab Optimierungsbedarf!

Dem spielte nun der Zufall in die Hand: Die Menschenfrau stöbert ja gerne mal nach links und rechts, wenn der 14tägige Großeinkauf Katzenfutter im örtlichen Zoogeschäft ansteht. Sehr zum Leidwesen des Menschenmannes, aber das nur nebenbei. Einer dieser Stöbergänge führte nun letztens in die Ecke mit den Katzenkistchen. Und da stand es und wartete darauf, entdeckt zu werden: das Traumörtchen! Ein schickes, rotes Kistchen mit zarter weißer Haube, dessen großzügige, dreieckige Grundfläche Scharrvergnügen deluxe verhieß. Sogar der Menschenmann war spontan für den Kauf, und das will einiges heißen!

Das Kistchen war etwas unhandlich im Transport, entwickelte sich aber zu Hause sofort zum Herzensbrecher: Katze Weiß war verzückt! Keine zwei Sekunden, nachdem das Kistchen bei uns eingezogen war, war Katze Weiß auch eingezogen. Liebe auf dem ersten Blick! Schade nur, dass Katze Weiß offenbar eher eine Schlafhöhle im Sinn hatte … Zum Glück gelang es uns recht zügig, sie nicht nur davon zu überzeugen, dass die Traumhöhle auch als Traumkistchen zu gebrauchen ist, sondern auch davon, dass Katze Schwarz ebenso ihr Plätzchen darin finden kann.

Seitdem ist das Traumörtchen nun schon einge Zeit im Gebrauch – und die Damen Schwarz und Weiß scharren und wühlen darin, dass die Streu nur so durch die Gegend fliegt … 😀