Die verborgenen Leidenschaften der Katze Weiß

… verblüffen mich doch immer wieder. Nachdem ich erst meinen Fencheltee (wie üblich) gegen kätzische Begehrlichkeiten verteidigen musste, leckte mir das verrückte Tier doch tatsächlich hingebungsvoll die Minzölreste von den Fingern … 😳 Dazu fällt mir jetzt echt nichts mehr ein …

Der Schwingdeckeleimer, die Katze und ich

Katze Schwarz fühlt sich gut unterhalten, das ist offensichtlich. Mit großen runden Augen verfolgt sie konzentriert, wie Katze Weiß sich abmüht. Die schiebt eifrig schleckend ein Schälchen Katzenfutter durch die Küche. Schlurf, schleck, schlurf, schleck – nichts kann sie in ihrem Treiben stören, nicht einmal der Fuß der Menschenfrau, an dem das leere und mittlerweile buchstäblich blank geschleckte Aluteil einen ungeplanten Halt einlegt. Zufrieden setzt sich Katze Weiß, blinzelt zweimal dem Stirnrunzeln der Menschenfrau entgegegen, und macht sich wieder auf, das nächste Schälchen sauber zu putzen. Fleissiges Katzentier. Katze Schwarz stubst derweil interessiert an der verlassenen Futterschale herum. Ein Blick zur Tonne in der Ecke verrät die Quelle des mitternächtlichen Snack: der Deckel hängt schief und der Inhalt – Verpackungsmüll – ist geplündert. Es ist offensichtlich und lässt sich wirklich nicht länger leugnen: Katze Weiß hat ihre kriminelle Energie von Schubladen auf Mülleimer verlagert. Jetzt, zu nächtlicher Stunde vom Schlurfschlecken der Katze aus den Träumen gerissen, erscheinen der Menschenfrau vollgehaarte Socken und an unerwartet offenstehenden Schubladen angestoßene Zehen unglaublich reizvoll. Katze Schwarz hingegen bevorzugt die Mülleimerplünderungen. Noch immer verfolgt sie das weiße Katzenwuseln fasziniert. Die Schwanzspitze zuckt. Mit einem kraftvollen Sprung setzt sie Katze Weiß nach, beißt ihr ins Ohr und verschwindet im Dunkeln, verfolgt von der empörten Katze Weiß.
Die Menschenfrau sammelt die Futterschälchen ein, richtet den Deckel und verflucht den Erfinder des Schwingdeckeleimers. Der hatte ganz sicher keine Katze.

Advent

Advent ist, wenn Katze Schwarz des Nächtens sämtliche (!) Geschenkbänder vom Arbeitszimmer quer durch den Flur in die Küche und um jedes erreichbare Stuhlbein wickelt. 
Jeden Morgen freut sich die Menschenfrau ein Loch in den Bauch, friemelt alles wieder ab, rollt jede Schnüre auf, pflückt die Katze vom Bein und packt alles wieder weg.
Und jeden Morgen sind die Schnüre ein Stückchen kürzer. Am 24. ist vermutlich nichts mehr übrig. Und was habt ihr so für Adventskalender?

Was zu Hause klappt, erfreut die Menschenfrau auch im Urlaub

Verreisen mit den Katzen Schwarz und Weiß ist ja sowie so schon so eine Sache für sich. Da wäre erstens die Anreise, die beide nicht besonders schätzen, obwohl sie mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt haben. Katze Schwarz hat diesmal mit leidendem Gesichtchen schmollend in einer Ecke der Transportbox gelegen und sich ausgiebigst von Katze Weiß betüdeln lassen. Was mich jedes Mal auf’s Neue fasziniert – die beiden sind wirklich nicht das, was man ein Herz und eine Seele nennen würde, eher im Gegenteil: sie liebten und sie schlugen sich, trifft’s eher. Wobei letzteres deutlich überwiegt. Hängt natürlich mit Katze Weiß zusammen, die ihren futterbedingten Frust an Katze Schwarz auslässt. Sei es wie es ist, sobald eine von beiden verzweifelt, kommt die andere und tröstet. 
Sie mögen sich also doch. Irgendwie.

Als nächstes das Ferienhaus. Dänen lieben Nippes. Zumindest in ihren Ferienhäusern. Katze Schwarz liebt Nippes auch, allerdings anders, als die Dänen sich das vermutlich gedacht haben. Die erste halbe Stunde nach dem Ausladen verbringt die Menschenfamilie damit, sämtliche zerbrechliche Deko aufzuklauben und in Schränke zu verstauen. Obwohl auch hier ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten ist – es muss jetzt nicht mehr jedes Keramikschweinchen vom Fensterbrett gestubbst werden, der Holzkranich reicht völlig. Wichtigste Reiseutensilien: der Reisekratzbaum und die Fuselrolle (die Haustiere dürfen nicht auf die Möbelstücke – haha, sagt das mal den Haustieren …)

Das Grundstück ist in der Regel nicht eingezäunt und von wildwuchernder Heide sowie kniehohem Gras bedeckt, so auch diesmal, kein Problem an dieser Stelle. Aber: Die Veranda muss einmal komplett abgelaufen und nach Stellen, die zum Drunterkriechen animieren, abgesucht werden. Die Heckenrosen liegen diesmal wirklich ungünstig (sehr unwegsames Gelände und zum Teil an der Grenze zum Nachbargrundstück und zur Straße) – also gilt es, beide Katzen für die Dauer des Aufenthalts vom Gebüsch fernzuhalten. Das wird anstrengend.

Lüften ist auch schwierig, da die Fenster nach unten aufklappen und zudem auf angenehmer Katzenhöhe liegen, so dass wir nicht nur darauf achten müssen, dass die Katzen Schwarz und Weiß nicht raushüpfen, wenn sie eigentlich im Haus bleiben sollen, sondern auch Katze Weiß davon abhalten dürfen, von draußen durch das geöffnete Fenster ins Badezimmer = große rote Katzenverbotszone) zu klettern. Spaßig. Habe ich schon erwähnt, dass die Katzen Schwarz und Weiß grundsäztlich in unterschiedliche Richtungen davon marschieren, sobald sie eine Pfote nach draußen setzen?

Urlaub mit Katzen ist also irgendwo natürlich auch Urlaub, aber nun ja … es ist wie mit kleinen Kindern: niedlich auf der einen, unglaublich nervtötend auf der anderen Seite.

Aber wenn sie dann abends schnurrend neben einem auf dem Sofa liegen oder sich gegenseitig durch das Gras jagen – verflixt, es ist einfach zu süß!

Und was hat die Überschrift nun mit diesem Post zu tun? 
Ich verrate es euch.
Katze Weiß kann seit einiger Zeit Schubladen öffnen.

Die Küche im Ferienhaus hat viiiiiieeele interessante Schubladen …