Erholsame Ostertage

Abhängen in schwarz/weiß

Ich hoffe, ihr hattet ruhige und schöne Ostertage! Das Wetter hätte bei uns gern besser sein können, allerdings bin ich so zumindest wieder ein wenig zum Lesen gekommen (allerdings nicht zum rezensieren *seufz*): Die Ernte des Bösen, der dritte Cormoran-Strike-Band von Robert Galbraith (besser bekannt als Joanne Rowling) liest sich richtig flott weg und ich freue mich schon jetzt auf den vierten Band, der dann vielleicht irgendwann in zwei oder drei Jahren erscheint … Habe ich schon erwähnt, dass ich ein eher ungeduldiger Mensch bin? Das ist wirklich eine elendige Sache mit den Büchern – sie zu schreiben dauert so unglaublich viel länger als sie zu lesen 🙁 Da steckt eindeutig noch Optimierungspotential! Lasst es euch gut gehen und genießt den Frühling, so er denn bei euch schon aufgetaucht ist.

Der Schwingdeckeleimer, die Katze und ich

Katze Schwarz fühlt sich gut unterhalten, das ist offensichtlich. Mit großen runden Augen verfolgt sie konzentriert, wie Katze Weiß sich abmüht. Die schiebt eifrig schleckend ein Schälchen Katzenfutter durch die Küche. Schlurf, schleck, schlurf, schleck – nichts kann sie in ihrem Treiben stören, nicht einmal der Fuß der Menschenfrau, an dem das leere und mittlerweile buchstäblich blank geschleckte Aluteil einen ungeplanten Halt einlegt. Zufrieden setzt sich Katze Weiß, blinzelt zweimal dem Stirnrunzeln der Menschenfrau entgegegen, und macht sich wieder auf, das nächste Schälchen sauber zu putzen. Fleissiges Katzentier. Katze Schwarz stubst derweil interessiert an der verlassenen Futterschale herum. Ein Blick zur Tonne in der Ecke verrät die Quelle des mitternächtlichen Snack: der Deckel hängt schief und der Inhalt – Verpackungsmüll – ist geplündert. Es ist offensichtlich und lässt sich wirklich nicht länger leugnen: Katze Weiß hat ihre kriminelle Energie von Schubladen auf Mülleimer verlagert. Jetzt, zu nächtlicher Stunde vom Schlurfschlecken der Katze aus den Träumen gerissen, erscheinen der Menschenfrau vollgehaarte Socken und an unerwartet offenstehenden Schubladen angestoßene Zehen unglaublich reizvoll. Katze Schwarz hingegen bevorzugt die Mülleimerplünderungen. Noch immer verfolgt sie das weiße Katzenwuseln fasziniert. Die Schwanzspitze zuckt. Mit einem kraftvollen Sprung setzt sie Katze Weiß nach, beißt ihr ins Ohr und verschwindet im Dunkeln, verfolgt von der empörten Katze Weiß.
Die Menschenfrau sammelt die Futterschälchen ein, richtet den Deckel und verflucht den Erfinder des Schwingdeckeleimers. Der hatte ganz sicher keine Katze.

The Sleeper and the Spindle von Neil Gaiman

Der britische Autor Neil Gaiman hat eine ganze Reihe vielbeachteter und preisgekrönter Romane verfasst und dies hauptsächlich in Sparten, die auch heute noch bei vielen Lesern – zu Unrecht! – nicht unbedingt für literarische Qualität stehen: Comics, Fantasy und Kinderliteratur. Dabei begann er seine schriftstellerische Laufbahn ganz klassisch als Journalist, doch schon seine ersten Bücher zeigten ganz klar, in welche Richtung es ihn zog: sein drittes Buch „Don’t Panic“ erschien 1988 und erzählt die Entstehungsgeschichte von Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“-Trilogie, das vierte Buch „Good Omens“ (1990) schrieb er gemeinsam mit Discworld-Erfinder Terry Pratchett. Seinen endgültigen Durchbruch erzielte er jedoch mit der Comicreihe „Sandman“. Obwohl man Autoren selten einen Gefallen damit tut, sie mit anderen zu vergleichen, und auch wenn diese Erkenntnis angesichts der gerade aufgezählten Frühwerke Gaimans nicht wirklich überrascht, gehört Gaiman mit seinem oft schwarzen Humor und insbesondere seiner Art, Altbekanntem einen ganz eigenen Dreh zu entlocken, für mich dennoch sehr eindeutig in die „Adams-Pratchett-Schublade“.
In seinen Werken wimmelt es von Anspielungen und Anleihen – gerne aus der Mythologie, aber auch Märchenstoffe und -figuren werden von ihm überraschend neu gemischt.
 
In seinem neusten Werk „The Sleeper and the Spindle“ (dt. Der Fluch der Spindel) mischt Gaiman erneut Fantasywelten mit Märchenstoffen. Ich mag derartige Spielereien ungemein, hier allerdings hat mich tatsächlich zuerst die Aufmachung angesprochen: das englische Exemplar hat einen durchscheinenden Schutzumschlag mit Rosenranken, durch den die schlafende Schönheit auf dem Buchdeckel zu sehen ist. Innen ist das Buch wunderschön illustriert von Chris Riddell, den einige von euch vielleicht von den Klippenland-Chroniken kennen. (Oder von Ottoline – tolle Bücher!)

Die Geschichte, ein Märchen, ist schnell erzählt: In einem kleinen, weit entfernten Königreich, das beinahe unerreichbar hinter einer Bergkette liegt, bereitet sich eine Königin auf ihre Hochzeit vor. Drei Zwerge machen sich auf den Weg, ein Hochzeitsgeschenk zu besorgen, und weil die Bergkette nun einmal unbezwingbar ist – selbst für Zwerge – gehen sie auf Zwergenart unter ihr hindurch ins benachbarte Königreich. Von dort nun droht Gefahr: vor 70 Jahren fiel die Königstochter durch den Fluch einer bösen Fee in einen tiefen Schlaf und mit ihr alle Menschen und Tiere im Schloß. Doch der Fluch blieb nicht auf das Schloß begrenzt, Jahr für Jahr dehnte er sich aus, bis er schließlich bis an die Bergkette reichte. Die Königin, die eigentlich sowie so keine Lust auf eine Hochzeit hatte, beschließt, sich der Gefahr, der ihrem Reiche droht, zu stellen, die Prinzessin aufzuwecken und den Fluch damit zu brechen.
Gaiman wäre jedoch nicht Gaiman, wenn es nun bei dieser Fantasy-Adaption des bekannten Grimmschen Märchen bliebe. Für Dornröschen hat er einen wirklich schönen Twist entwickelt, der sich keinesfalls darauf beschränkt, Schneewittchen mit in die Geschichte eingebaut zu haben. Verraten möchte ich ihn an dieser Stelle nicht, nur soviel: wie jedes Märchen gibt es auch hier ein Happy End, allerdings eines, das sticht.
Eine schöne Geschichte in liebevoller Aufmachung, großartig illustriert von Chris Riddell!

Silvester ist vorbei.

Mittlerweile hat diese mehr oder weniger traurige Tatsache sich auch in den hintersten Winkeln herumgesprochen. Das mag der Grund sein, weswegen heute mittag nur noch ein einsamer Böller zu hören war. Katze Schwarz juckte der nicht mehr sonderlich, und Katze Weiß zuckte nicht einmal mit den Ohren. Schon vor zwei Tagen war sie die Gelassenheit in Person, bis die Knallerei um Mitternacht sie dann doch ein wenig aufscheuchte. 
Ansonsten: alles ruhig.

Zeit für einen Rückblick.

Och nö, 2015 war doof.
Ehrlich.
Sagt jeder, denn ich kenne.

Dann doch lieber einen Ausblick auf 2016?
(Na gut. Aber nur ganz kurz.)
Die Menschenfrau prokrastiniert ununterbrochen fröhlich vor sich hin, ist aber willens, dieses Jahr halbwegs vernünftig zu bloggen, denn sonst könnte sie es ja gleich lassen. Nicht, dass der Unterschied zur Realität des vergangenen Jahres dadurch besonders groß würde … ha ha – nicht lustig.

Was also wird es geben?
Schwarz-weißes Katzenchaos, klar.
Aber auch mehr Bücherthemen, ich hoffe, das trifft euren Geschmack.
Die eine oder andere Erzählung.
Und was mir sonst noch so vor die Füße fällt (gut, damit wären wir wieder bei Punkt 1 meiner Aufzählung).

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins Jahr 2016 – wir sehen uns!

Der Elch ist die Eidechse des Nordens*

… so sagt man (nicht wirklich). Und so macht sich eine gewisse Unruhe breit: Die Katzen Schwarz und Weiß sind nervös. Gewisse Umstände lassen auf noch gewissere Ferienaktivitäten schließen. Die Menschenfrau ist auch nervös. Der Umstieg von Eidechse auf Elch als typischer Revierbewohner könnte das schwarze Katzentier überfordern.
Wir werden berichten. Demnächst. Falls wir die Fahrt über die Öresundbrücke samt Gesangseinlagen überstehen. Katze Weiß hat ihr Stimmchen jedenfalls fleissig trainiert.

*genau genommen liegt Dänemark natürlich auch im Norden. Was die Eidechse quasi zur Maus des nicht ganz so nördlichen Nordens macht. Zumindest aus kätzischer Sicht. Oder so.